IMMENSTADT. Ganz leise war sie da, die Hoffnung, heuer in die Bayernliga aufzusteigen. Je näher der Termin rückte, desto größer und berechtigter wurde sie auch. Doch es sollte am Ende doch nicht
so sein. Dass erst Armin Wetzel ausfiel, wäre noch zu stemmen gewesen. Als dann aber zwei Tage vor dem entscheidenden Wettkampf Marcus Joas von Corona ausgeknockt wurde, war der Traum von der
Bayernliga ausgeträumt und es galt jetzt für den TV 1860 Immenstadt, den Landesligaplatz zu sichern. Glücklicherweise konnte mit André Goetz, der ins Team nachrückte, eine dennoch gut
aufgestellte Herrenmannschaft beim Landesliga - Entscheid in Bamberg an den Start gehen.
Beim Deutschen Mannschaftswettbewerb Schwimmen (DMS), der von der Bezirks- bis zur Bundesliga im gleichen Modus geschwommen wird, müssen insgesamt 34 Distanzen belegt werden, wobei ein Athlet
maximal fünf Einsätze bestreiten darf. Die erschwommenen Zeiten werden in Punkte umgerechnet anhand derer am Ende die Platzierung der jeweiligen Mannschaft ermittelt wird.
Für die Entscheidung in der Landesliga schickte Trainerin Birgit Joas Jakob und Jonas Schneider, Simon Joas, Oleh Zelenskyi, Yehor Tomiev, Martin Bergmann sowie die beiden (G)oldies Bernd Seidl
und André Goetz ins Wasser. Auf den Punkt fit und nach dem Motto "einer für alle - alle für einen" erbrachten die Städtler wahre Höchstleistungen. Die optimistisch errechnete Punktzahl von 14.099
Punkten konnten die Oberallgäuer mit 14.233 Zählern sogar noch toppen.
Stärkster Punktesammler war Jonas Schneider, der es trotz Trainingsrückstand auf unglaubliche 2870 Zähler brachte. Auf allen seinen Strecken (50,100 und 200 m Freistil, 100 m Rücken) schwamm er
nahe an seine Bestleistungen heran. Seine Zeit von 0:25,55 über 50 m Schmetterling bedeutete sogar einen neuen deutschen Behindertenrekord.
2302 Punkte für sein Team erschwamm der erst 13-jährige Oleh Zelenskyi über 200 und 400 m Freistil, 100 und 200 m Schmetterling sowie 400 m Lagen. Der TVI -Starter stellte sich unerschrocken der
- zum größten Teil - deutlich älteren Konkurrenz und lieferte jedes Mal Bestzeit ab.
Die längste Wettkampfstrecke hatte Simon Joas zu bezwingen. Er übernahm 400 und 1500 m Freistil, 100, 200 und 400 m Lagen. Seine Leistung über diese insgesamt 2600 Meter bescherte der Mannschaft
2171 Punkte.
Auch Jakob Schneider überbot die 2000- Punktemarke. Der 16- Jährige schaffte es ebenso, über jede Strecke (50 und 100 m Schmetterling, 50 und 100 m Freistil, 200 m Brust) Bestleistung zu
schwimmen und 2191 Zähler aus dem Becken des " Bambados" zu schöpfen. Besonders freute sich das Team darüber, dass Jakob als Schlussschwimmer nach über zehn Stunden im Bad über 100 m Freistil
noch eine 0:56,82 "raushaute".
Ebenfalls fünf Einsätze bestritt Yehor Tomiev (100 und 200 m Lagen, 800 m Freistil, 50 und 200 m Rücken). Auch dem 14- Jährigen gelangen dabei vier Bestzeiten. Über 800 m Freistil konnte er sich
um ganze zehn Sekunden auf 9:47,44 steigern und für seine TVI - Mannschaft 1991 Punkte erschwimmen.
Viermal zum Einsatz kam der ebenfalls erst 13-jährige Martin Bergmann. Auch er zeigte über 50, 100 und 200 m Brust sowie 200 m Schmetterling ausschließlich Bestzeiten und verhalf seinen
Teamkameraden zu 1307 Zählern.
Bernd Seidl sprang trotz Verletzung ins Wasser. Er kam über 50, 100 und 200 m Rücken zum Einsatz und trug wertvolle 888 Punkte zum Gesamtergebnis bei. Mit André Goetz, der einsprang und weitere
585 Punkte über 50 und 100 m Brust errang, waren alle 34 Strecken erfolgreich belegt. Die erzielten 14.233 Punkte übertrafen die kühnsten Erwartungen.
Im Endergebnis liegen die Städtler auf einem hervorragenden sechsten Platz so weit vorn wie nie. Vor ihnen rangieren der 1. SC Regensburg, der 1. FC Nürnberg, der SC Landshut, die SG Bamberg und
die SSG Neptun Germering - alles deutlich größere Vereine und Städte mit deutlich mehr Einwohnern als Immenstadt hat. Obwohl die Freude über den tollen Erfolg überwiegt, schwingt im Hintergrund
die Wehmut um das Wissen mit, dass mit Wetzel und Joas der Aufstieg in die Bayernliga quasi spielend geklappt hätte. (jo.)
