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TVI-Schwimmer erstmals beim Eisschwimmen

Immenstadt. Erstmals in der Vereinsgeschichte des TV 1860 Immenstadtbeschloss eine kleine Schwimmergruppe, sich auch im Eisschwimmen zu versuchen und begann im Oktober, regelmäßig in diversen Seen – vorwiegend im Großen Alpsee und im Ortwanger Baggersee – zu schwimmen. Die Gruppierungen „Die Eiswürfel“ und „Die Eiswürfelchen“ waren geboren. Im Verlauf des Herbst und Winters wurden die Seen immer kälter und erreichten schließlich die Temperaturen, wie sie beim Eisschwimmen sein müssen. Ein Wettkampf im Eisschwimmen gilt nämlich nur, wenn die Wassertemperatur unter vier Grad liegt. Nach einer letzten Wassereinheit im Grüntensee, wo „die Eiswürfel“ erst einmal die Eisdecke aufbrechen mussten, um überhaupt ins Wasser zu gelangen, startete die TVI-Gruppierung bei den German Open im Eisschwimmen in Veitsbronn. 17 Nationen waren bei diesem Wettkampf vertreten und ermittelten an drei Wettkampftagen ihre Sieger. Die TVI-Schwimmer waren sehr gespannt, was sie bei diesen German Open im Veitsbronner Freibad wohl erwarten würde und konnten auch ihre eigenen Leistungen im Vergleich zur Konkurrenz nicht einschätzen. Lediglich die Wettkampfbestimmungen, dass der Start nicht vom Startblock, sondern im Wasser vom Beckenrand erfolgt und dass nach dem Abstoß von der Wand nicht getaucht werden darf, hatten sie verinnerlicht.

 

Doch gleich bei ihrem ersten Auftritt mit der 4x50m-Freistilstaffel in der Besetzung Marcus Joas/Simon Joas/Sigrid Leistner/Monika Schneider war allen Teilnehmern klar, dass mit den „Eiswürfeln“ schwer zu rechnen ist. Völlig unerwartet schwamm die TVI-Staffel unter den 21 Staffelteams auf den bronzerang. Schneller war nur das Quartett „KeepFrozen!“ mit Schwimmlegende Christof Wandratsch und die niederländische Eisschwimm-Nationalmannschaft. Beflügelt vom sofortigen Erfolg nahmen „die Eiswürfel“ am zweiten Tag die 50m Freistil im Einzel in Angriff.

 

In der am stärksten besetzten Altersklasse 45 schwamm Sigrid Leistner in 35,56 auf Rang vier. Monika Schneider, die erstmals seit ihrer Jugend wieder bei einem Schwimmwettkampf startete, erkämpfte sich in der Altersklass 35 mit mehr als drei Sekunden Vorsprung in 39,52 die erste Goldmedaille. Die männlichen „Eiswürfel“ Simon und Marcus Joas sowie der Mindelheimer Robert Bretschneider, der sich den „Eiswürfeln“ angeschlossen hatte, mischten das Männerfeld komplett auf. In den Vorläufen siegten Robert in der AK 25, Marcus in der AK 20 und Simon bei den Junioren. Alle drei „Eiswürfel“ qualifizierten sich für das Finale der insgesamt sieben schnellsten Eissprinter. Simon Joas als Jüngster im Feld kraulte in 28,31 auf Platz fünf. Marcus wurde in 28,14 Vierter. Bretschneider holte sich in 27,43 Silber hinter dem Olympiateilnehmer Luka Turk aus Slowenien. Auch über 50m Brust siegten Marcus Joas und Robert Bretschneider am gleichen Tag im Vorlauf in der AK 20 und der AK 25. Beide standen hier erneut im Finale der sieben schnellsten Eis-Brustschwimmer. Während Bretschneider in 39,30 Fünfter wurde, sorgte Joas für eine kleine Sensation. Ausgerechnet im Brustschwimmen, das definitiv nicht seine beste Schwimmlage ist, holte Marcus sich in 36, 80 den German Open-Titel. Er verwies dabei den Italiener Gerrit Curcio, der Vorlaufschnellster war, in 36,99 auf Platz zwei. Dritter wurde Christof Wandratsch. Spätestens nach diesem zweiten Wettkampftag hatten alle Teilnehmer die unbekannten „Eiswürfel“ im Blick.

 

Am dritten Tag musste der Wettkampfbeginn verschoben werden; wegen Eis konnte das Eisschwimmen nicht pünktlich starten. Als die Ausrichter die Eisdecke auf dem Schwimmbecken schließlich entfernt hatten, betrug die Wassertemperatur noch 2,7 Grad, während sie an den Vortagen immerhin bei „warmen“ 3,5 Grad gelegen hatte. Als es schließlich losging, waren Marcus Joas und Robert Bretschneider gleich wieder voll da. Im Vorlauf über 50m Schmetterling siegten beide wieder unangefochten in ihren Altersklassen und zogen erneut ins Finale ein. Im Endlauf dann zeigten die „Eiswürfel“ wieder geballte Power. Marcus Joas, der mit der schnellsten Vorlaufzeit ins Finale geschwommen war, spielte auch dort wieder seine Dominanz aus: In 30,27 „flog“ er dem Feld davon. Der Kommentator brüllte „Der Generationenwechsel ist vollzogen“ ins Mikrofon. Zudem holte sich Bretschneider in 32,46 die Silbermedaille!

 

Ihren letzten Auftritt hatten die „Eiswürfel“ mit der 4x50m-Lagen-Staffel. In der Besetzung Schneider/S. Joas/M. Joas/ Leistner sicherten sich die Städtler nur elf Hundertstel hinter den Zweitplatzierten die Bronzemedaille. (jo.)