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Erntezeit für Marcus Joas

Immenstädter wird fünffacher deutscher Meister

 

Immenstadt. Den Lohn für seine vielen Trainingsjahre und tausende von Trainingskilometern fuhr TVI-Schwimmer Marcus Joas bei den Deutschen Meisterschaften der Masters über die langen Strecken in Halle/Saale ein: In der Altersklasse 20 wurde der Immenstädter fünffacher Deutscher Meister!

 

Über drei Distanzen, nämlich 800 und 1500m Freistil sowie 400m Lagen, siegte Marcus nicht nur in seiner Altersklasse, sondern schwamm auch die schnellste Zeit aller männlichen Teilnehmer überhaupt. Die erste Tagesbestzeit erbrachte Joas bei seinem ersten Start über 1500m Freistil. Allerdings wollte er diese 1500m „mit der Brechstange“ bezwingen und schwamm viel zu schnell los. Bereits nach 600 Metern musste er sein hohes Angangstempo büßen. Nur mit eisernem Willen schaffte er es, Bahn für Bahn seine Gegner auf Distanz zu halten, was beinahe noch schief gegangen wäre. Mit gerade einmal sechs Hundertstelsekunden rettete sich Joas vor dem 19 Jahre älteren Nicky Lange ins Ziel. Am Nachmittag des gleichen Tages startete Marcus über 800m Freistil, die er mit deutlich „mehr Köpfchen“ anging und dann auch keinerlei Probleme hatte, mit fünf Sekunden Vorsprung souverän die Tagesbestleistung und seinen zweiten deutschen Meistertitel ins Ziel zu bringen. Wurde Marcus bei seiner ersten Siegerehrung noch gefragt, wo Immenstadt denn liege, wusste bei der zweiten Ehrung schon das gesamte „Hallenbad“ darüber Bescheid, dass im tiefen Süden nicht nur Ski gesprungen wird!

 

Der zweite Wettkampftag begann mit 200m Rücken, wo Marcus sich die Bronzemedaille sicherte. Das Hauptaugenmerk lag jedoch auf den 400m Lagen: Leicht fielen dem jungen Oberallgäuer die anfänglichen 100m Schmetterling. Als er nach dieser Teilstrecke erkannte, dass er überraschenderweise in Führung lag, setzte Marcus alles auf eine Karte, gab auf der Rückendistanz Vollgas, kämpfte sich durch die ungeliebte Bruststrecke und schlug nach dem abschließenden Kraulsprint mit persönlicher 50-Meter-Bahn-Bestzeit und neuem Vereinsrekord von 5:07,68 und fünf Sekunden Vorsprung auf den Zweitschnellsten mit dritter Tagesbestleistung und seinem dritten Titel an. So richtig erholen konnte sich Marcus danach nicht mehr und am dritten Wettkampftag quälte er sich mühsam durch sein Programm. Bestleistungen gelangen ihm nicht mehr. Er schaffte es aber dennoch, noch zwei weitere deutsche Meistertitel zu erschwimmen: Joas siegte über 400m Freistil und auch noch über die kräftezehrenden 200m Schmetterling. In Halle am Start war auch Sigrid Leistner, die in der Altersklasse 45 jeweils Siebte über 400 und 800m Freistil wurde. Ihre beste Platzierung erzielte sie über die 400-Meter-Lagen-Distanz, welche sie nach 33 Jahren erstmals wieder schwamm und als Vierte anschlug. Auch Mutter und Trainerin von Marcus – Birgit Joas – sprang in Halle ins Wasser. Sie schwamm in der Altersklasse 50 über 800m Freistil auf Platz sechs und über 400m Freistil auf Rang neun.

 

Am gleichen Wochenende startete Simon Joas bei den offenen Bayerischen Meisterschaften in Bayreuth. Dort erschwamm er über 100m Freistil in 58,10 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung. Der größte Erfolg für ihn war jedoch das Erreichen des B-Finals über 200m Rücken, welches der 17-jährige als Dritter beendete.

 

Spannend geht es nahtlos weiter in der Schwimmabteilung des TV 1860 Immenstadt. In der zweiten Woche der Osterferien kommt Johannes Weinberg beim Para-Swim-Weltcup in Glasgow zum Einsatz. Nachwuchstalent Jonas Schneider ist zu einem Sichtungslehrgang Leistungssport nach Duisburg eingeladen und Fiona Aichele, Marcus und Simon Joas trainieren bei A-Trainer Stephan Greger im Trainingslager in Feuchtwangen. (jo.)