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„Eiswürfel“ bei Eisschwimm-WM

Immenstadt. Die TVI-Schwimmer „die Eiswürfel“ konnten bei den German Open im Eisschwimmen im Januar in Veitsbronn völlig überraschend gleich in der nationalen Spitze mitmischen. Daher ergab sich für die Städtler eine Möglichkeit, an die vor Veitsbronn kein „Eiswürfel“ – auch nicht in seinen kühnsten Träumen – gedacht hatte: Eine WM-Teilnahme!

 

Nach der ersten Verblüffung wurde ein Quartier gesucht, Urlaub beantragt, die Fahrt organisiert und die Anmeldung abgeschickt.

 

In Bled (Slowenien) war im Bleder See eine Wettkampfstätte mit zehn 25-Meter-Bahnen aufgebaut worden, wo die Eisschwimm-WM ausgetragen wurde. Am Start waren 1042 Teilnehmer aus 36 Ländern – darunter vier „Eiswürfel“.

 

Da sich das Strecken-Angebot in Bled von den German Open unterschied und die „Eiswürfel“ inzwischen über eine bessere Selbsteinschätzung über ihre Leistungen und Möglichkeiten im Eiswasser verfügten, trauten sich die TVIler auch an längere Distanzen als die in Veitsbronn ausprobierten 50-Meter-Strecken.

 

Monika Schneider begann ihren Wettkampf mit 100m Freistil, wo sie im Feld der 30- bis 40-jährigen Damen 13. wurde. An den weiteren Wettkampftagen schwamm sie über 50m Freistil auf Rang elf und über 25m Freistil auf Platz zehn.

 

Im Starterfeld der 20- bis 30-jährigen Männer tummelten sich die „Eiswürfel“ Robert Bretschneider und Marcus Joas. Joas wäre gerne im Schmetterling gestartet. Allerdings musste er erst noch seine Prüfungen zum Abschluss des Semesters schreiben, bevor die „Eiswürfel“ in Bled zum dritten Wettkampftag anreisen konnten. Bretschneider musste berufsbedingt noch einen weiteren Tag opfern und reiste mit dem Zug hinterher. Marcus Joas wurde Neunter über 50m Brust und schwamm über 100m Freistil im Eiswasser in 1:01,92 auf Platz sechs. Als Robert Bretschneider schließlich mit ins Wettkampfgeschehen eingriff, sprinteten die beiden „Eiswürfel“ über 50m Freistil auf die Plätze fünf (Bretschneider) und neun (Joas). Schließlich wagten sich beide an die für sie längste Distanz, die 200m Brust. Hier schlug Marcus in 2:55,09 als Fünfter an; Robert wurde in 2:57,96 Sechster.

 

Für das erfreulichste Ergebnis sorgte Sigrid Leistner. Auch sie gab ihre Premiere über 100m Freistil. Da sie über keine Qualifikationszeit verfügte, musste sie in einem „blind zusammengewürfelten“ Lauf antreten. Hier schwamm sie jedoch weit voraus und schlug nach 1:22,34 an. Froh, diese Distanz bewältigt zu haben und bestrebt sich wieder zu erwärmen, achtete sie erst nicht weiter auf die Resultate der Konkurrenz. Der Bemerkung, dass sie mit ihrer Zeit weit vorne gelandet sein müsse, schenkte sie auch keine weitere Beachtung. Völlig überwältigt war Leistner jedoch, als schwarz auf weiß feststand, dass bei den 40- bis 50-jährigen nur die Engländerin Melanie Holland schneller gewesen war – und so ein Vizeweltmeistertitel nach Immenstadt ging! Ihrer Silbermedaille konnte Leistner zwei Tage später einen fünften Rang über 50m Freistil hinzufügen.

 

Zum Abschluss der WM starteten die „Eiswürfel“ auch noch in zwei Staffeln: Über 4x25m „head-up-breaststroke“ schwammen Schneider, Leistner, Joas und Bretschneider auf Platz sieben; über 4x25m Freistil auf Rang elf. (jo.)